Liebe Leserinnen und Leser
Am 18. Juni stimmen wir über eine sehr wichtige Vorlage ab, die unsere Energie-Zukunft bestimmt. Es geht darum, ob man Benzin-Autos verbieten soll, funktionierende Ölheizungen herausreissen muss, das Wohnen massiv verteuert wird und wir in einen Strom-Engpass hineinlaufen – kurz, ob jeder Schweizer und jede Schweizerin 6600 Franken pro Jahr mehr für die Energie bezahlen soll. Ohne, dass all das dem Klima auch nur das Geringste nützen würde. Lesen Sie hierzu meinen Kommentar. Der Skandal fing schon im Parlament an. Ein neues Gesetz als Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative, das den Strom enorm verknappen und verteuern wird, wurde über Nacht mit dem grundfalschen Etikett bezeichnet: «Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit.» Tatsache ist: Wir haben heute schon zu wenig Strom. Das neue «Stromfresser-Gesetz» bedeutet faktisch ein Verbot von Heizöl, Benzin, Diesel und Gas. Das aber macht 60 Prozent von unserem heutigen Energieverbrauch aus. Heizen und Autofahren wären nur noch mit elektrischem Strom erlaubt. Das kostet uns laut ETH-Studie die unglaubliche Summe von 387 Milliarden Franken! Die Energiekosten pro Kopf und Jahr steigen von 3000 auf 9600 Franken – also um 6600 Franken. Dies ist für viele Schweizer ein voller Monatslohn! Energie und Strom können sich am Schluss nur noch die Reichen leisten. Die Hauseigentümer müssen funktionierende Ölheizungen herausreissen, massiv investieren und die Mietkosten anheben. Und niemand weiss, woher wir bei einer ständig wachsenden Bevölkerung den Strom herkriegen sollen. Weil man alle Kernkraftwerke abstellen will, verschandeln wir unsere ganze schöne Landschaft mit unzähligen Windrädern und Solarparks, also mit Flatterstrom, der den Ausfall durch die AKWs vor allem im Winter niemals ersetzen kann. Wir bleiben vom Ausland abhängig, wo die Energie entweder aus Kernkraft oder aus dreckigen Kohlekraftwerken produziert wird. Es ist ein Ausstieg aus Benzin, Öl, Diesel und Gas – und all das ohne Plan, wie wir den Energieausfall von 60 Prozent kompensieren sollen. Und vor allem nützt das neue Stromfresser-Gesetz dem Klima null und nichts. Denn die Schweiz trägt gerade einmal einen Tausendstel am menschengemachten CO2-Ausstoss bei. Die grossen CO2-Ausstosser wie China, Indien oder die USA denken nicht einmal daran, ihr Wachstum an CO2-Ausstoss zu stoppen, geschweige denn zu reduzieren. Ich rufe Sie eindringlich dazu auf, am 18. Juni Nein zu sagen zur Energie-Vorlage, zu dem unmöglichen Stromfresser-Gesetz! Mit freundlichen Grüssen aus den Sümpfen von Bern
Thomas Matter |