Jahresabschluss 2013: Conzzeta mit deutlich höherem Gewinn Mittwoch, 26. März 2014 - 07:01
Jahresabschluss 2013: Conzzeta mit deutlich höherem Gewinn
26.03.2014 | 07:00
Zürich, 26. März 2014. – Die Conzzeta AG hat das Betriebsergebnis (EBIT) im Geschäftsjahr 2013 deutlich auf CHF 87,7 Mio. erhöht (Vorjahr CHF 55,3 Mio.). Die EBIT-Marge beträgt damit 7,3 % des Nettoumsatzes. Bereinigt um Sonderposten bei den Personalvorsorgeeinrichtungen von CHF +4,1 Mio. (Vorjahr CHF –12,7 Mio.), ergibt sich eine Steigerung von 23 %. Der EBIT ist damit überproportional zum Umsatz gewachsen, der um 2,8 % auf CHF 1 194,0 Mio. (Vorjahr CHF 1 161,5 Mio.) gestiegen ist. An der Generalversammlung beantragt der Verwaltungsrat anstelle einer Dividende eine Kapitalherabsetzung von CHF 90 je Inhaber- und CHF 18 je Namenaktie.
Die Geschäftslage verbesserte sich im Verlauf des zweiten Halbjahres 2013 und war besonders in Nordamerika sowie in den europäischen Ländern ausserhalb der Euro-Zone gut. In vielen Euro-Staaten blieb die Entwicklung hingegen verhalten, und auch die Regionen Asien und Pazifik verharrten auf dem bisherigen Niveau. Die grössten Steigerungsraten erzielte allen voran der Geschäftsbereich Grafische Beschichtungen. Der Geschäftsbereich Systeme für Blechbearbeitung trug in absoluter Betrachtung den markantesten Betrag zur Steigerung des Umsatzes bei. Die Geschäftsbereiche Systeme für Glasbearbeitung und Automationssysteme reduzierten ihr Angebot auf das Kerngeschäft, was in der Folge den Umsatz entsprechend verminderte.
Für das Geschäftsjahr 2013 erreichte die Conzzeta Gruppe ein Betriebsergebnis (EBIT) von CHF 87,7 Mio. (Vorjahr CHF 55,3 Mio.), was einer EBIT-Marge von 7,3 % (Vorjahr 4,8 %) entspricht. Während im Vorjahr der EBIT aus Anlass des Firmenjubiläums mit einer Zuweisung an die Personalvorsorgeeinrichtung im Umfang von CHF 12,7 Mio. belastet war, kommt es im aktuellen Jahr zu einem positiven Einmaleffekt von CHF 4,1 Mio. aufgrund der Auflösung des Verwendungsverzichts auf der Arbeitgeberbeitragsreserve. Bereinigt um diese Effekte beträgt der EBIT CHF 83,6 Mio. (Vorjahr CHF 68 Mio.) entsprechend einer Steigerung von knapp 23 %.
Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit und Investitionen (Free Cashflow) beträgt für das Berichtsjahr CHF 111,7 Mio. (Vorjahr CHF 73,2 Mio.), was einem Wachstum von 53 % und einer Free-Cashflow-Rate (bezogen auf die Gesamtleistung) von 9,3 % entspricht. Zu dieser positiven Entwicklung hat nicht nur das höhere Konzernergebnis, sondern auch die Veränderung des Nettoumlaufvermögens geführt. Dieses sank trotz einer Umsatzsteigerung von 2,8 %. um CHF 17,3 Mio. Mit einem Bestand an flüssigen Mitteln und Wertschriften von CHF 506,8 Mio. (Vorjahr CHF 422,2 Mio.) und einer Eigenkapitalquote per Bilanzstichtag von 75,6 % (Vorjahr 75,4 %) bleibt die Conzzeta Gruppe solide finanziert.
Der Verwaltungsrat beantragt, an Stelle einer Dividende eine Kapitalherabsetzung vorzunehmen. Der Nennwert der Inhaberaktie soll von CHF 100 um CHF 90 auf CHF 10 herabgesetzt werden und jener der Namenaktie von CHF 20 um CHF 18 auf CHF 2. Die Auszahlung erfolgt verrechnungssteuerfrei. Das Aktienkapital der Conzzeta AG würde nach der Nennwertreduktion CHF 4,6 Mio. betragen. Die Ausschüttung im Gesamtbetrag von CHF 41,4 Mio. liegt über der langjährigen Ausschüttung der Vergangenheit. Diese Massnahme verfolgt die Absicht, den Nennwert in einem Zug auf ein dauerhaftes Niveau zu reduzieren.
Die Conzzeta Gruppe beschäftigte Ende 2013 weltweit 3548 Mitarbeitende. Im Vergleich zum Vorjahr (3627) entspricht dies einer Abnahme von 2,2 %. Der Personalbestand wurde im Wesentlichen in den Geschäftsbereichen Bystronic glass und ixmation angepasst.
Zu den Geschäftsbereichen
Im Geschäftsbereich Systeme für Blechbearbeitung (Bystronic) stieg der Umsatz um 5,5 % auf CHF 560,1 Mio. (Vorjahr CHF 530,6 Mio.). Damit hat der Geschäftsbereich nach einem verhaltenen Jahresstart aufgeholt. Die amerikanischen Märkte wuchsen erneut am stärksten, gefolgt von Nordeuropa und Deutschland. Die Märkte in Südeuropa stabilisieren sich, die asiatischen Märkte blieben hingegen unter den Erwartungen. Insbesondere Lasermaschinen und Dienstleistungen trugen zum Erfolg bei. Bystronic setzt in der Marktbearbeitung verstärkt auf grössere Kundennähe und legt das Gewicht nicht nur auf die einzelne Maschine als vielmehr die Leistungserbringung aus einer Hand, die Bystronic mit zusätzlicher Automation, Software und Dienstleistungen bietet. Diese Art der Marktpflege wird umso wichtiger, als der Wettbewerbsdruck durch zahlreiche neue Faserlaserproduzenten stärker wird. Diese kleinen Anbieter sind in der Regel sehr lokal und eher im kostengünstigen Segment aktiv. Von ihnen kann sich Bystronic durch Zusatzleistungen und Kompetenz absetzen. So hat sich etwa die Software BySoft 7, mit der der Kunde ganze Produktionsabläufe steuern kann, im vergangenen Jahr sehr gut verkauft. Solche Produkte bieten dem Kunden einen messbaren Mehrwert und sprechen für Bystronic als Partner. Ein weiterer Trend ist die steigende Nachfrage nach Automation, worauf Bystronic mit der Maschine ByAutonom eine Antwort vorgestellt hat.
Der Nettoumsatz im Geschäftsbereich Systeme für Glasbearbeitung (Bystronic glass) fiel 2013 mit CHF 132,2 Mio. um 6,7 % niedriger aus als im Vorjahr (CHF 141,8 Mio.). Grund dafür ist unter anderem der Wegfall des Geschäftsfelds Gebäudeglaszuschnitt, das eingestellt wurde, aber im Vergleichsjahr 2012 noch Umsätze generiert hatte. Das Geschäft mit Glasbearbeitungsmaschinen ist einer starken regionalen Verschiebung ausgesetzt. Während in vielen Ländern Europas nur noch wenig gebaut wird und damit die Nachfrage nach Isolier- und Verbundsicherheitsglas stagniert, hält der Bauboom in Asien weiter an. Auch für Fahrzeugglasmaschinen wird der Markt Asien zunehmend wichtiger. Dieser Wandel bildet sich auch in den Umsätzen des Geschäftsbereichs ab. Während der Absatz in China die Erwartungen erfüllt hat, blieb die Nachfrage in Europa schwach. In China werden Anlagen im mittleren Leistungssegment sehr gut nachgefragt. Bystronic glass hat sich durch Lokalisierung seiner Produktpalette erfolgreich auf die Kundenbedürfnisse in Asien eingerichtet. In der Region Amerika lagen die Umsätze leicht über dem Vorjahr. Im Bereich Fahrzeugglas bleiben die Umsätze unter dem Niveau des aussergewöhnlich guten Vorjahrs, sind aber immer noch zufriedenstellend. Die Umsätze im Service- und Ersatzteilgeschäft entwickelten sich in allen Regionen gut.
Der Geschäftsbereich Automationssysteme (ixmation) erzielte 2013 einen Nettoumsatz von CHF 41,8 Mio., was einem Rückgang von 25,2 % gegenüber dem Vorjahr (CHF 55,9 Mio.) entspricht. Nachdem der Geschäftsbereich im Vorjahr wegen technischer Probleme mit ungeplanten Kosten konfrontiert war, werden nun höhere Anforderungen an die vertragliche und technische Prüfung der Aufträge gestellt. Einige mögliche Aufträge haben diese Anforderungen nicht erfüllt, sodass ixmation auf diese Umsätze verzichtet hat, weil die Risiken nicht tragbar wären. Dies, sowie Verschiebungen von Auslieferungen ins Jahr 2014, führte zu geringeren Umsätzen. Die Kapazitäten wurden entsprechend angepasst und ein Managementprozess installiert, der die Steuerung komplexer Aufträge verbessern soll. Seine Aufträge erhielt der Geschäftsbereich im vergangenen Jahr hauptsächlich aus der Automobil- und Konsumgüterindustrie. Vor allem in Asien verstärken steigende Arbeitskosten den Bedarf an Automationsanlagen.
Der Bereich Schaumstoffe (FoamPartner) steigerte den Nettoumsatz um 5 % auf CHF 136,4 Mio. (Vorjahr CHF 129,9 Mio.). Treiber dieses Wachstums waren die technischen Schaumstoffe in allen Marktregionen. Komfortschaumstoffe, vor allem Matratzen, blieben hingegen unter den Erwartungen. Diese Produkte werden hauptsächlich auf dem europäischen Markt vertrieben, wo die Kunden derzeit bei grösseren Anschaffungen eine gewisse Kaufzurückhaltung zeigen. Das Wachstum bei den technischen Schaumstoffen kommt aus vielfältigen Anwendungen; besonders stark waren Akustikteile und Produkte für die Automobilindustrie gefragt. Der Trend zu verarbeiteten Schaumstoffprodukten hält an. Dies gilt auch für Asien, der wachstumsstärksten Region des Geschäftsbereichs. Hier stellt der Automobilsektor den wichtigsten Kundenkreis und fragt neben Rollenware ebenfalls verstärkt weiter verarbeitete Produkte nach. In der Joint-Venture-Fertigung in China wurde deshalb in neue Verarbeitungsanlagen, unter anderem für die Imprägnierung von Schaumstoffen, investiert. Auf dem Markt USA nahmen die Umsätze ebenfalls leicht zu, hier war vor allem die Nachfrage nach einem neuartigen Reinigungsschwamm sehr gut.
Der Geschäftsbereich Sportartikel (Mammut Sports Group) wuchs im Berichtsjahr um 6,2 Prozent auf einen Nettoumsatz von CHF 246,9 Mio. (Vorjahr CHF 232,5 Mio.). Effekte aus Wechselkursen (–2,2 %) und einer Akquisition in Korea (+1,1 %) beeinflussten den Umsatz, dessen Steigerung sonst bei 7,3 % liegen würde. Dieses Wachstum liegt über dem Durchschnitt des Outdoormarkts, der nur moderat gewachsen ist. Mammut hat in allen Produktsegmenten zugelegt, wobei Schuhe den grössten Zuwachs verzeichneten. Der Geschäftsbereich hat im vergangenen Jahr neue Produkte auf den Markt gebracht, wobei die Neueinführung eines Bekleidungs- und Schuhangebots für Trailrunner die Anhänger einer weiteren Trendsportart bedient und sehr gut bei den Kunden ankommt. Etablierte Produkte wie das Barryvox oder der Lawinenairbag steigerten ihre Umsätze ebenfalls. Regional betrachtet ist der Umsatzzuwachs in den Märkten USA und Kanada, Grossbritannien, Frankreich und Osteuropa besonders erwähnenswert. Auch der Markt Japan hatte erneut eine zweistellige Zuwachsrate in Lokalwährung. Aufgrund der deutlichen Abschwächung des Yen durch die japanische Geldpolitik drückte sich dieses Wachstum aber in der Bilanzwährung Schweizer Franken nicht aus. Positiv zu bewerten ist auch, dass sich der Markt Schweiz ebenfalls wieder besser entwickelt. Die Märkte in Südeuropa bleiben hingegen weiterhin schwach. Im Berichtsjahr hat Mammut eine Vertriebsgesellschaft in China eröffnet, um diesen Wachstumsmarkt zu erschliessen. Das Interesse der chinesischen Kunden an der Schweizer Bergsportmarke ist gross und die ersten Verkäufe lagen – wenngleich in vergleichsweise niedriger Grössenordnung – über den Erwartungen. Der Geschäftsbereich hat im vergangenen Jahr 14 neue Monobrand-Stores eröffnet, sodass heute weltweit 68 Geschäfte ausschliesslich Mammut-Produkte vertreiben und die Marke damit stärken. Der neu eingeführte selektive Vertrieb wird die Markenbegehrlichkeit weiter erhöhen. Um Geschäftspartner von Mammut zu sein, müssen Händler seit 2013 bestimmte Kriterien erfüllen. Eine solche Bedingung ist unter anderen die Beratungskompetenz zu den Produkten und deren Einsatz.
Der Bereich Grafische Beschichtungen (Schmid Rhyner) erhöhte den Nettoumsatz im Berichtsjahr um 11,3 % auf CHF 56,1 Mio. (Vorjahr CHF 50,4 Mio.). Diese Umsatzsteigerung erzielte der Geschäftsbereich vor allem mit UV-Lacken, während der Absatz wässriger Lacke zurückging. Dies ist durchaus beabsichtigt, da Schmid Rhyner bei wasserbasierten Lacken die Produktpalette auf besonders wertschöpfende Speziallacke reduziert hat. Diese Strategie hat sich bisher als richtig erwiesen. Bei den UV-Lacken schreitet der Ausbau voran, nicht nur die Produkteigenschaften, auch Prozessstabilität und technische Betreuung sind wesentliche Kaufargumente für Kunden. Neue Lacke aus dem Touch & Feel-Programm – also Lacke zum Erzeugen haptischer Effekte – stossen insbesondere bei Markenanbietern aus dem Konsum-güterbereich auf hohes Kundeninteresse. Auch EPPI-Lacke, die aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften besonders sicher und damit auch für die Lebensmittelindustrie geeignet sind, eröffnen neue Möglichkeiten. Über die Erfolge im UV-Bereich hinaus fasst Schmid Rhyner – wenn auch zunächst in kleinem Massstab – im Bereich Sicherheitsdruck Fuss. Zum Ende des Berichtsjahrs hat der Geschäftsbereich am Standort Adliswil ein neues Produktions- und Logistikgebäude fertiggestellt. Diese Investition verbessert nicht nur Logistikprozesse und Lagerbewirtschaftung, sondern macht auch einen weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten möglich.
Der Bereich Immobilien (Plazza Immobilien) erzielte einen Umsatz von CHF 19,9 Mio., was 0,4 % über dem Vorjahr liegt (CHF 19,8 Mio.). Die Mieteinnahmen sind insgesamt stabil, wenngleich auf dem Markt für Gewerbeflächen eine Sättigung zu erkennen ist. Die Wohnungen in der Überbauung Im Tiergarten, dem grössten Objekt der Plazza, werden nach wie vor stark nachgefragt. Beim Bauvorhaben Im Glattgarten in Wallisellen ist das Vorprojekt abgeschlossen, im Jahr 2014 folgt die detaillierte Bauplanung und danach die Baueingabe. Auf dem ehemaligen Produktionsgelände sollen über 200 Wohnungen im mittleren Segment entstehen. Für ein ehemaliges Produktionsgelände in Crissier von 63 000 Quadratmetern wurde im abgelaufenen Jahr an einem Gestaltungplan gearbeitet, der dem Kanton Waadt 2014 zur Vorprüfung eingereicht werden soll. Aus dem Verkauf einer nicht mehr betriebsnotwendigen Liegenschaft in Avenches ergab sich ein ausserordentlicher Gewinn von CHF 3,0 Mio.
Tendenzen und Aussichten
Im Geschäftsjahr 2014 erwartet die Conzzeta AG für die europäischen Märkte keine fundamentale Veränderung der Umstände, da die wirtschaftliche Anpassung weitere Zeit benötigen wird. Eine Erholung der südeuropäischen Märkte ist nicht zu erwarten und entsprechend werden auch die Kunden in den anderen Euro-Staaten zumindest vorsichtig agieren. Für die Märkte in Amerika ist der Konzern optimistischer und erwartet weiteres Wachstum und auch Asien wird ein wichtiger Markt bleiben. Conzzeta wird vor diesem Hintergrund den Märkten folgen und die Ausweitung seiner weltweiten Aktivitäten als stabilisierenden Faktor vorantreiben. Auf der Kostenbasis wird weiterhin grosse Aufmerksamkeit liegen, um auf allfällige Umsatzrückgänge schnell reagieren zu können. Die Stärkung der Ertragskraft sowie ein weiteres profitables Wachstum bleibt erklärtes Ziel der Conzzeta AG, sodass bei stabiler Konjunktur und verlässlichen politischen Umständen ein Umsatz und Ertrag leicht über Vorjahresniveau erzielbar sein sollte.
Für Rückfragen und weitere Auskünfte: Christian Thalheimer, Head of Corporate Services Telefon +41 44 468 24 84 media@conzzeta.ch
