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Verändert die zweite Amtszeit von Trump die Märkte fundamental? / Amundi Investment Institute Freitag, 09. Mai 2025 - 09:37

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Sehr geehrte Damen und Herren

Die bisherige Amtszeit von Donald Trump unterlag einer Dynamik, die viele befürchtet hatten, aber in dieser Form niemand erwartet hat. Wie reagieren die Märkte und welche Schritte gehen Investoren, wenn die USA nicht mehr der Mittelpunkt des Anlageinteresses ist? Monica Defend, Leiterin des Amundi Investment Instituts, gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen. Wir haben ihre Einschätzungen für Sie in leicht gekürzter Form übersetzt und wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre.

Schöne Grüsse

Anette Walker

 

Von Monica Defend, Leiterin Amundi Investment Institute

Verändert die zweite Amtszeit von Trump die Märkte fundamental?

Auch wenn der US-Präsident mit viel Selbstvertrauen auf sein politisches Wirken blickt, fällt die Akzeptanz in der US-Bevölkerung aktuell deutlich gebremster aus. Trumps Zustimmungsrate liegt derzeit bei 41 %. Das ist seit Eisenhower der niedrigste Wert für einen Präsidenten nach wenigen Monaten.

Schaut man auf den S&P 500-Index, kann sich Trump mit dem Jahr 1973 messen – ein Rückgang um 9 % ist die schlechteste Performance eines US-Präsidenten seit Nixon. Diese Entwicklung wurde massgeblich durch den zollbedingten Ausverkauf beeinflusst, bevor die 90-tägige Pause angekündigt wurde. Der S&P 500 hat zwar inzwischen rund die Hälfte dieses Rückgangs wieder aufgeholt, aber die Volatilität an den US-Aktienmärkten ist nach wie vor hoch. Wir gehen davon aus, dass die Situation zumindest bis Anfang Juli so bleiben wird, wenn die Aussetzung der US-Zölle neu bewertet wird. Insgesamt bleibt die Stimmung in den USA gedämpft. Die Verbraucher machen sich zunehmend Sorgen über die Entwicklung der Inflation und ihre eigenen Finanzen. Das geht aus dem Verbraucherbarometer der University of Michigan hervor, das jeden Monat US-Haushalte befragt.

Aber so wie Trumps Politik vom Auf und Ab und Richtungswechseln geprägt ist, so verhält sich auch an vielen Stellen der Markt. Die weltweiten Aktienkurse stiegen aufgrund der Gewinne einiger US-Tech-Unternehmen und angesichts der Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China. Ebenso stiegen die meisten Anleiherenditen, während die Ölpreise aufgrund von Befürchtungen über eine höhere Fördermenge seitens der OPEC+ Koalition und Nachfragesorgen fielen.

BIP in USA geht zurück

Insgesamt schrumpfte die US-Wirtschaft im ersten Quartal 2025 und verzeichnete damit den ersten BIP-Rückgang seit drei Jahren. Ein drastischer Anstieg der Importe trug zu der Verlangsamung bei, da Unternehmen und Verbraucher im Vorfeld der Zollankündigung ihre Warenvorräte aufstockten. Das Wachstum der Verbraucherausgaben war ebenfalls schwach, während die Anlageinvestitionen in einem gesunden Tempo zunahmen. Insgesamt deuten die BIP-Zahlen auf eine Verlangsamung der Nachfrage hin, aber die Daten bleiben volatil, so dass die Beobachtung der kommenden Meldungen entscheidend sein wird.

Wachstum der Eurozone über den Erwartungen

Das BIP der Eurozone stieg im ersten Quartal um 0,4 % und untermauerte so die Entwicklung der vergangenen beiden Quartale. Das schnellere Wachstum wurde durch eine stärkere Inlandsnachfrage gestützt, die auf eine nachlassende Inflation und niedrigere Kreditkosten zurückzuführen ist. Diese Entwicklungen haben in der Eurozone die anhaltenden Sorgen über die US-Zollpolitik ausgeglichen.

Unter den grossen Volkswirtschaften verzeichnete Deutschland ein Wachstum von 0,2 %. Spanien und Italien schnitten insgesamt besser ab als die grösste Volkswirtschaft der Eurozone.

Schwache Daten aus China im April

Der chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel von 50,5 im März auf 49. Hier zeigt sich deutlich die Auswirkung der US-Strafzölle für die chinesischen Exporteure. Der Index der Exportaufträge fiel auf den niedrigsten Stand seit der Öffnung Chinas nach der Covid-Pandemie Anfang 2023. Wir denken, dass die schwachen Daten die politischen Entscheidungsträger dazu veranlassen werden, ihre Unterstützung zu verstärken und zunächst auf Zinssenkungen zu setzen. Die Regierung wird aber mit Sicherheit einen starken Fokus auf den weiteren Verlauf haben.

Die ereignisreichen ersten Monate im Amt von Donald Trump haben die Vormachtstellung von US-Investments mehr als in Frage gestellt. Globale Investoren wenden sich auf der Suche nach Diversifizierung anderen Regionen wie Europa zu. Insbesondere europäische Staatsanleihen können in einem Umfeld schwächeren Wachstums profitieren.

Weitere Informationen finden Sie in den Weekly Market Directions “Trump’s first 100 days” und im Amundi Research Center.

 

Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von dem Amundi Asset Management. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung des Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte des Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

 

Sollten Sie Rückfragen haben oder mit Monica Defend sprechen wollen, können Sie sich gerne an uns wenden.

 

Mit freundlichen Grüssen

Anette Walker

 

 

MediaWalker GmbH

Dr. Anette Walker

Mobil: +49 172 350 1101

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