Stadler war im ersten Halbjahr 2025 erfolgreich am Markt und hat Aufträge im Umfang von 1.7 Milliarden Franken gewonnen (Vorjahr: CHF 2.5 Mia.). Damit bleibt der Auftragsbestand mit 29.4 Milliarden Franken auf einem guten Niveau. Die Produktionsleistung ist aufgrund der konservativen Rechnungslegung (Units of Delivery) um eine knappe Milliarde höher als der Halbjahresumsatz. Die Position «Aufträge in Arbeit» hat sich im ersten Halbjahr erhöht. Deshalb reduziert sich der operative Cashflow und das Net Working Capital erhöht sich.
Stadler kann seine führende Stellung bei alternativen Antriebstechnologien und seine Position im Markt weiter festigen. Markus Bernsteiner, Group-CEO: «Aktuell arbeitet Stadler parallel an 306 Aufträgen. Wir haben in den letzten Jahren weltweit in unsere Produktionsstätten investiert, um die Aufträge in der erforderlichen Zeit und bewährter Stadler-Qualität umzusetzen. Wir sind aktuell zwar gut ausgelastet, brauchen aber für die nächsten Jahre zusätzliche Aufträge, um Arbeitsplätze langfristig abzusichern.»
Umsatz gestiegen – Umweltkatastrophen wirken noch nach
Stadler konnte den Umsatz im ersten Halbjahr 2025 gegenüber der Vergleichsperiode um über 100 Millionen Franken auf 1.4 Milliarden Franken steigern (H1 2024: CHF 1.3 Mia.). Damit ist es gelungen, das Geschäft trotz anspruchsvollen Rahmenbedingungen zu stabilisieren. Jedoch wirken sich weiterhin verschiedene Faktoren negativ auf das finanzielle Ergebnis aus.
Zölle: Schienenfahrzeuge für US-Markt werden überwiegend in den USA produziert Die von US-Präsident Trump auferlegten Zölle in der Höhe von 39 Prozent treffen Stadler nicht in vollem Ausmass. Der Buy America Act zwingt Stadler bereits seit 2016 mindestens 70 Prozent der Wertschöpfung nachweislich in den USA zu erbringen, wenn US-Steuergelder für die Finanzierung verwendet werden.
Aktuell erbringt Stadler Nordamerika zwischen 70 und 80 Prozent der Wertschöpfung in den USA. Von den restlichen 20 bis 30 Prozent stammt bereits heute ein grösserer Teil der Zulieferungen aus Europa, mit dem tieferen Zollsatz von 15 Prozent.
Stadler analysiert aktuell sämtliche Lieferketten mit dem Ziel, den Anteil der unter die hohen Strafzölle fallenden Komponenten weiter zu reduzieren. Beispielsweise wird die Produktion der Wagenkasten in Salt Lake City Ende 2025 ihren Betrieb aufnehmen und zu einer noch höheren Wertschöpfung – und damit tieferen Zollkosten führen. Zudem hat sich Stadler vertraglich gegen einen Teil der anfallenden Mehrkosten abgesichert.
Leicht gesteigerte EBIT-Marge: von 2.2 auf 2.6 ProzentDie Marge fällt in der erwarteten Höhe aus. Dies zeigt, dass die eingeleiteten Gegenmassnahmen wirkungsvoll sind und erste, positive Auswirkungen haben. So ist die Bruttomarge mit 11.6 Prozent auf einem vergleichbaren Niveau wie in der Vorjahresperiode (H1 2024: 11.9 Prozent). Der EBIT erreicht in der ersten Jahreshälfte 36.9 Millionen Franken (H1 2024: CHF 28.2 Mio.). Damit konnte auch die EBIT-Marge mit 2.6 Prozent um 0.4 Prozentpunkte leicht gesteigert werden, im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 (2.2 Prozent).
Das Konzernergebnis fällt mit 30.9 Millionen Franken um 12 Prozent höher aus als in der Vorjahresperiode (H1 2024: CHF 27.5 Mio.).
Aufbau von offenen Aufträgen führt zu negativem Cashflow Der hohe Auftragseingang der vergangenen Jahre führt dazu, dass die Produktionsleistung und damit auch der Umsatz in den kommenden Jahren massiv ansteigen werden. Um den Umsatzsprung zu bewältigen, hat Stadler erneut stark in ihre Produktionskapazitäten investiert.
Die hohen Anzahlungen aus dem Jahr 2024 werden nun verwendet, um die laufenden Aufträge abzuwickeln und die Fahrzeuge zu bauen. Kurzfristig wirkt sich im ersten Halbjahr 2025 die hohe Anzahl der sich im Bau befindenden Schienenfahrzeuge negativ auf den Free Cashflow, das Net Working Capital und die Net Cash Position aus.
Der Free Cashflow ist im ersten Halbjahr 2025 wie bereits im Vorjahr mit -744.2 Millionen Franken negativ ausgefallen (H1 2024: CHF -384.7 Mio.). Das Net Working Capital bleibt mit -290.9 Millionen Franken weiterhin negativ (31.12.2024: CHF -1’010.9 Mio.). Damit ist die Höhe der geleisteten Anzahlungen durch die Kunden nach wie vor höher als die Kosten für die Produktion der laufenden Aufträge. Die Net Cash Position beträgt per 30. Juni 2025 -406.8 Millionen Franken (31.12.2024: CHF 368.0 Mio.).
Segment «Rolling Stock»: Solides Umsatzwachstum Der Auftragseingang im Berichtssegment «Rolling Stock» erreicht in der ersten Jahreshälfte 2025 insgesamt 1.4 Milliarden Franken. Er liegt damit 30 Prozent unter der Vorjahresperiode. Der im Vergleich zum Vorjahr tiefere Auftragseingang ist auf einen Grossauftrag für Saudi-Arabien im ersten Halbjahr 2024 zurückzuführen. Der Auftragsbestand bleibt mit 21.0 Milliarden Franken im Vergleich zum Jahresende 2024 stabil (31.12.2024: CHF 20.9 Mia.). Das Berichtssegment «Rolling Stock» erreicht im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatz von 1.1 Milliarden Franken. Damit liegt der Umsatz um 9 Prozent über der Vorjahresperiode (H1 2024: CHF 1.0 Mia.).
Segment «Service & Components»: 17 Prozent mehr UmsatzDer Auftragseingang im Segment «Service & Components» erreicht im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 263.8 Millionen Franken. Er liegt damit 48 Prozent unter dem Vorjahreswert (H1 2024: CHF 511.8 Mio.). Der hohe Vorjahreswert liegt auch im Segment «Service & Components» am Auftrag für Saudi-Arabien. Der Auftragsbestand steigt im Service-Geschäft um 2 Prozent auf 7.8 Milliarden Franken (31.12.2024: CHF 7.6 Mia.) Die Umsätze im Segment «Service & Components» steigen um 17 Prozent auf 270.7 Millionen Franken (H1 2024: CHF 231.8 Mio.).
Segment «Signalling»: Auftragseingang weiter gewachsen Im ersten Halbjahr 2025 liegt der Auftragseingang im Segment «Signalling» mit 52.0 Millionen Franken 57 Prozent über der Vorjahresperiode (H1 2024: CHF 33.0 Mio.). Der Auftragsbestand beträgt per 30. Juni 2025 594.8 Millionen Franken (31.12.2024: CHF 616.6 Mio.). Das Berichtssegment «Signalling» erwirtschaftet im ersten Halbjahr 2025 Umsätze von 21.9 Millionen Franken (H1 2024: CHF 42.3 Mio.).
Ausblick für 2025 und darüber hinaus bestätigt Aufgrund der starken Position im Markt bestätigt Stadler seinen zum Jahresabschluss Mitte März 2025 kommunizierten Ausblick.
Dank des starken Auftragsbestandes und der gesteigerten Produktionsleistung im Jahr 2025 wird ein massiver Umsatzsprung 2026 erwartet, auf über 5 Milliarden Franken. Um den Anstieg der Produktionsleistung zu bewältigen, investiert Stadler im laufenden Geschäftsjahr rund 250 Millionen Franken. Weiterhin erwartet Stadler solide Anzahlungen aus neuen Aufträgen und verbesserte Zahlungsbedingungen in den laufenden Aufträgen.
Unter der Annahme von stabilen Lieferketten und des Erfolgs des Massnahmenpakets erwartet Stadler aus heutiger Sicht ein Umsatzwachstum von deutlich über 10 Prozent im Vergleich zu 2024 und einen Anstieg der EBIT-Marge auf zwischen 4 und 5 Prozent im Jahr 2025.
Stadler ist nach wie vor überzeugt, dass unter konstanten globalen Rahmenbedingungen mittel- bis langfristig ein Anstieg der EBIT-Marge auf 6 bis 8 Prozent realistisch bleibt. Dies bei einem stabilen Umsatz von über 5 Milliarden Franken.
Weitere Informationen an der Telefonkonferenz heute um 10.00 UhrMarkus Bernsteiner, Group CEO, und Raphael Widmer, Group CFO, werden die Geschäftsergebnisse des ersten Halbjahres heute um 10.00 Uhr an einer Telefonkonferenz präsentieren. Die Präsentation sowie den ausführlichen Halbjahresbericht finden Sie auf
www.stadlerrail.com