KMU-Exportindikator 2. Quartal 2014: Optimismus trotz Dämpfer in Asien Donnerstag, 17. April 2014 - 11:32
Pressemitteilung
KMU-Exportindikator 2. Quartal 2014: Optimismus trotz Dämpfer in Asien
Zürich, 17. April 2014 Die Aussichten für die ausländische Nachfrage nach Schweizer Exportgüter haben sich im Quartalsvergleich eingetrübt insbesondere mit Bezug auf die asiatischen Märkte. Dennoch sind die Schweizer KMU ungebrochen optimistisch. Die Exportstimmung ist so zuversichtlich wie seit Mitte 2011 nicht mehr, und alle Branchen erwarten steigende Ausfuhren. Für positive Impulse sorgen das Wachstum in den USA und Grossbritannien sowie die fortschreitende Erholung in der Eurozone. Das sind die Befunde des KMU-Exportindikators von Credit Suisse und Switzerland Global Enterprise.
Das Exportbarometer der Credit Suisse, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, steht zurzeit bei einem Wert von 1.17 (Vorquartal 1.36). Dem Aufwärtstrend der letzten eineinhalb Jahre wurde damit ein leichter Dämpfer versetzt. Das erwartete Exportwachstum liegt aber nach wie vor über der Wachstumsschwelle sowie über dem langjährigen Durchschnitt, der in etwa bei 1 liegt.
Wie die KMU-Exportperspektiven von Switzerland Global Enterprise (S-GE) zeigen, sind die Schweizer KMU ungebrochen optimistisch. Aktuell erreichen die KMU-Exportperspektiven einen Wert von 69.5 Punkten. Das ist der höchste Wert seit dem 2. Quartal 2011. Der Wert errechnet sich aus der Exportstimmung der KMU für das 2. Quartal 2014 sowie den effektiven Exporten im 1. Quartal. Auf der von 0 bis 100 reichenden Skala signalisieren Werte über 50 steigende Exporte. Mit 53% erwarten mehr als die Hälfte der KMU für das kommende Quartal einen Exportzuwachs. Im Vorquartal waren es erst 42%. 41% der KMU gehen von einer Stagnation ihres Exportvolumens aus – nach 47% zu Beginn des 1. Quartals 2014. Und nur mehr 6% der KMU befürchten rückläufige Exporte, gegenüber 11% im Vorquartal.
Alle Sektoren zeigen Zuversicht
Gemäss den KMU-Exportperspektiven von S-GE steigen alle Branchen optimistisch ins nächste Quartal. An der Spitze der Indexliste stehen die Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik sowie dem Dienstleistungssektor.
Befragt nach den Gründen für die erwarteten Steigerungen ihrer Exporte, verweisen jeweils 50% der KMU auf verstärktes Marketing sowie auf Produktinnovation (Mehrfachnennungen möglich). Verstärktes Marketing steht insbesondere im Dienstleistungssektor sowie neu in den Sektoren Chemie und Pharma im Vordergrund. Primär auf Produktinnovation setzten die Branchen Elektrotechnik, Maschinenbau und Konsumgüter. Die grösseren KMU, die 50 bis 249 Mitarbeitende beschäftigen, setzen eher auf Produktinnovation, während bei den kleineren das Marketing im Vordergrund steht.
Dämpfer in den asiatischen Märkten
Gemäss dem Exportbarometer der Credit Suisse haben sich die Aussichten für Exporte nach Asien im Quartalsvergleich eingetrübt. Insbesondere der Produktionsrückgang in China drückt die Aussichten für den Handel mit der Schweiz. Aus Grossbritannien und den USA sind weiterhin kräftige Exportwachstumsimpulse zu erwarten. Auch in der Eurozone setzt sich die Erholung auf breiter Basis fort. Insgesamt präsentieren sich die Exportaussichten in den Nachbarländern derzeit so gut wie seit drei Jahren nicht mehr, wobei die stärkste Dynamik nach wie vor im Exportgeschäft mit Deutschland zu erwarten ist.
Der Dämpfer in den asiatischen Märkten ist auch in den KMU-Exportperspektiven von S-GE spürbar: Nur noch 51% der KMU werden im nächsten Halbjahr in die Region Asien-Pazifik exportieren, während es im Vorquartal noch 58% waren (Mehrfachnennungen möglich). Erheblich eingebüsst hat Indien, wohin nur 19% der befragten Firmen exportieren wollen. Im Vorquartal waren es 26%. Ebenfalls tiefer liegt der Anteil Chinas mit 31%, gegenüber 35% zu Beginn des Vorquartals. Japan ging auf 22% zurück (23%). Klar an der Spitze liegt weiterhin Europa, wohin 91% der befragten KMU Waren oder Dienstleistungen ausführen wollen (92%). Wichtigster europäischer Exportmarkt bleibt Deutschland mit 77% der Nennungen (75%), gefolgt von Frankreich mit 52% (54%), Österreich mit 46% (47%) sowie Italien mit 40% (41%). Nach Nordamerika werden im kommenden Halbjahr 44% der KMU exportieren (44%), 25% in die Region Naher Osten-Afrika (32%) und 21% nach Südamerika (22%).
Auch 2014 keine Teuerung erwartet
Die im Rahmen der KMU-Exportperspektiven befragten KMU erwarten, dass in der Schweiz auch 2014 keine oder fast keine Teuerung herrscht. 5% erwarten eine Inflationsrate von unter 0%, 45% eine solche von ca. 0%. 38% der Firmen gehen von einer leichten Teuerung zwischen 0% und 0.5% aus und nur 12% rechnen mit einer höheren Inflationsrate.
Methodik Credit Suisse Exportbarometer
Das Credit Suisse Exportbarometer nutzt die Abhängigkeit der Schweizer Exporte von der Nachfrage auf den ausländischen Exportmärkten. Zur Konstruktion des Exportbarometers werden wichtige Vorlaufindikatoren für die Industrie in den 28 wichtigsten Abnehmerländern zusammengetragen. Diese Indikatoren haben in der Regel einen Prognosehorizont von ungefähr einem bis zwei Quartalen. Die Werte dieser Vorlaufindikatoren werden mit dem Exportanteil des jeweiligen Landes gewichtet. Das Exportbarometer verdichtet diese Informationen zu einem einzigen Indikator. Da es sich um standardisierte Werte handelt, wird das Exportbarometer in Standardabweichungen angegeben. Die Nulllinie entspricht der Wachstumsschwelle. Das langfristige Durchschnittswachstum der Schweizer Exporte von knapp 5% liegt bei 1.
Für ausführlichere Informationen: Credit Suisse (2009), Aussenhandel Schweiz – Fakten und Trends, Swiss Issues Branchen, verfügbar unter www.credit-suisse.com/research.
Methodik KMU-Exportperspektiven von Switzerland Global Enterprise
Die KMU-Exportperspektiven basieren auf der quartalsweisen Befragung von über 200 Unternehmen aus einem festen Panel von Schweizer KMU, welche die Branchen Pharma / Chemie, Maschinenbau, Konsumgüter, Metallindustrie, Papier, Elektrotechnik, Präzisionsindustrie und Dienstleistungen repräsentieren. Die KMU geben an, ob sie für das laufende und für das kommende Quartal einen Zuwachs, eine Stagnation oder einen Rückgang ihrer Exporte erwarten. Um den Prognosecharakter der KMU-Exportperspektiven zu betonen, wird die erwartete Exportaktivität im folgenden Quartal mit 60% gewichtet, während die Exporte im laufenden Quartal mit 40% gewichtet werden. Der KMU-Exportindikator kann einen Wert zwischen 0 und 100 erreichen, wobei Werte zwischen 0 und 50 einen erwarteten Rückgang der Exporte und Werte von 50 bis 100 ein erwartetes Exportwachstum signalisieren. Über die Angaben zum Exportvolumen hinaus liefern die Teilnehmer weitere Informationen, beispielsweise zu den Gründen für die Veränderung ihres Exportvolumens, den Exportmärkten, etc. Diese Angaben liefern ein aussagekräftiges Bild über die Exportaktivitäten der Schweizer KMU.
Anfragen
- Media Relations Credit Suisse AG, Tel. +41 844 33 88 44, media.relations@credit-suisse.com
- Switzerland Global Enterprise, Patrick Djizmedjian, Mediensprecher + Public Relations Manager, Tel. +41 44 365 55 16, pdjizmedjian@s-ge.com
- Credit Suisse AG
- Die Credit Suisse AG ist einer der weltweit führenden Finanzdienstleister und gehört zur Unternehmensgruppe der Credit Suisse (nachfolgend «die Credit Suisse»). Als integrierte Bank kann die Credit Suisse ihren Kunden ihre Expertise aus Private Banking, Investment Banking und Asset Management aus einer Hand anbieten. Die Credit Suisse bietet Unternehmen, institutionellen Kunden und vermögenden Privatkunden weltweit sowie Retailkunden in der Schweiz fachspezifische Beratung, umfassende Lösungen und innovative Produkte. Die Credit Suisse mit Hauptsitz in Zürich ist in über 50 Ländern tätig und beschäftigt etwa 45 600 Mitarbeitende. Die Namenaktien (CSGN) der Credit Suisse Group AG, der Muttergesellschaft der Credit Suisse, sind in der Schweiz sowie, in Form von American Depositary Shares (CS), in New York kotiert. Weitere Informationen über die Credit Suisse finden Sie unter www.credit-suisse.com.
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