BKW nimmt Wertkorrektur auf Kohlekraftwerk Wilhelmshaven vor und setzt auf flexible Energieproduktion* Dienstag, 20. Januar 2026 - 07:00
Die BKW nimmt aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen eine Wertkorrektur auf ihrer Beteiligung am Kohlekraftwerk Wilhelmshaven in Deutschland vor. Die Wertkorrektur belastet das Betriebsergebnis (EBIT) 2025 mit rund 110 Millionen CHF und führt zu einer Anpassung der Guidance auf 540 bis 560 Millionen CHF. Ohne diesen Sondereffekt erwartet die BKW ein gutes operatives Ergebnis von 650 bis 670 Millionen CHF. Gleichzeitig plant die BKW im Rahmen der Strategie «Solutions 2030» Investitionen in ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk zur Stärkung der flexiblen Energieproduktion. Für 2026 rechnet die BKW mit einem Ergebnis innerhalb einer EBIT-Guidance von 650 bis 750 Millionen CHF.
Bern, 20. Januar 2026
* Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR
Die BKW rechnet damit, dass das Kohlekraftwerk Wilhelmshaven (DE) künftig eine geringere Stromproduktion verzeichnen wird. In Kombination mit sinkenden Volatilitäten der Strompreise wird erwartet, dass die Erlöse aus dem Betrieb des Kraftwerks entsprechend zurückgehen. Aus diesen Entwicklungen resultiert für die 33-Prozent-Beteiligung der BKW eine Wertkorrektur von rund 110 Millionen CHF. Die damit verbundende Erhöhung der Rückstellung ist erfolgswirksam aber cashneutral und hat weder mit einem laufenden Verkaufsprozess noch mit einer Stilllegung des Kraftwerks zu tun. Ohne diesen Sondereffekt liegt das Betriebsergebnis (EBIT) im vergangenen Jahr mit 650 bis 670 Millionen CHF innerhalb der ursprünglichen Guidance von 650 bis 750 Millionen CHF. Die Details zum Ergebnis 2025 wird die BKW im Rahmen des Geschäftsberichtes am 11. März 2026 präsentieren.
Wechsel von Kohle zu wasserstofffähigen Gaskraftwerken
Die BKW plant, im Rahmen von «Solutions 2030» und den dort kommunizierten Nachhaltigkeitszielen einen strategischen Fuel Switch von Kohle zu einer weniger CO2-intensiven Stromproduktion vorzunehmen. Im Rahmen dieser Strategie strebt die BKW eine Beteiligung von 40 Prozent am geplanten wasserstofffähigen (H2-ready) Gaskraftwerk am Standort Hamm (Nordrhein-Westfalen) an. Das Projekt entwickelt die BKW gemeinsam mit der deutschen Stadtwerke-Kooperation Trianel. Der Standort bietet ideale Voraussetzungen: ausreichend Fläche, bestehende Netz- und Gasanschlüsse sowie eine gut ausgebaute Infrastruktur.
«Der beschleunigte Kohleausstieg und der massive Ausbau der erneuerbaren Energien machen wasserstofffähige Kraftwerke unverzichtbar, um die Versorgungssicherheit in Europa zu gewährleisten. Wir wollen diese Transformation aktiv mitgestalten», sagt Robert Itschner, CEO der BKW. Die deutsche Bundesregierung plant im Rahmen des Kraftwerkssicherheitsgesetzes Ausschreibungen für wasserstofffähige Gaskraftwerke. Die Projektpartner sind zuversichtlich, dass ihr Vorhaben in Hamm die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme erfüllt.
Ausblick 2026
Im laufenden und in den folgenden Jahren werden sich regulatorische Vorgaben im Netzbereich negativ auf das Ergebnis der BKW auswirken. Zudem ist die Terminpreis-Volatilität stärker als erwartet gesunken. Positiv wirken sich die höheren abgesicherten Strompreise und eine weitere Margenverbesserung bei Infrastructure & Buildings aus. Die BKW erwartet für 2026 einen EBIT von 650 bis 750 Millionen CHF. Mit ihrem konsequenten Fokus auf Flexibilität, Effizienz und Nachhaltigkeit ist die BKW auch langfristig gut positioniert, um sich erfolgreich weiterzuentwickeln.
