Der europäische ETF-Markt entwickelt sich auch im 2. Quartal 2026 dynamisch Analyse der monatlichen ETF-Mittelzuflüsse Daten per 30. Juni 2026
- Die ETF-Quartalszuflüsse in Höhe von 113,6 Mrd. Euro lagen um 7 % über denen des Vorquartals, wobei Aktien-ETFs mit 83,9 Mrd. Euro am stärksten dazu beitrugen.
- Bei Aktien-ETFs kam es zu einer Umschichtung zu US-Aktien-Produkten, die sich im 2. Quartal auf 26 Mrd. Euro aufsummierten, verglichen mit 8,2 Mrd. Euro im 1. Quartal 2026.
- Anleger investierten 11,5 Mrd. Euro in Staatsanleihe-ETFs und passten die Durationen mit Blick auf regionale Unterschieden an.
Zuflüsse in europäische UCITS-ETF in den ersten sechs Monaten 
Quelle: Amundi/Bloomberg. Daten per Ende Juni 2026. Nur in Europa domizilierten ETFs. Mittelzuflüsse in UCITS-ETFs Anleger investierten im 2. Quartal Netto-Neugeld in Höhe von 113,6 Mrd. Euro in europäische UCITS-ETFs. Dies entspricht einem Anstieg von 80 % gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2025. Die Zuflüsse lagen damit über denen des 1. Quartals (1+05,8 Mrd. Euro). Hintergrund war, dass sich der Markt nach der durch den Krieg im Nahen Osten im März ausgelösten Volatilität und dem Ausverkauf weiter erholte. Zudem schloss das 2. Quartal stark ab: Die Neugeldzuflüsse im Juni beliefen sich auf 40,5 Mrd. Euro, womit die Zuflüsse vom April (36,2 Mrd. Euro) und vom Mai (36,9 Mrd. Euro) übertroffen wurden. Das 2. Quartal war zudem durch eine deutliche Umschichtung innerhalb der Anlageklassen gekennzeichnet. So stiegen bei Aktien-ETFs die Zuflüsse in US-Aktien-ETFs im zweiten Quartal auf 26 Mrd. Euro, nach 8,2 Mrd. Euro im 1. Quartal 2026. Bei Anleihe-ETFs bevorzugten Anleger Produkte auf Staatsanleihen, die im 2. Quartal Mittelzuflüsse in Höhe von 11,5 Mrd. Euro verbuchten. Dabei war eine Verlagerung hin zu ETFs auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen (IG) zu beobachten. Diese verzeichneten im 2. Quartal Nettomittelzuflüsse von 6,9 Mrd. Euro, gegenüber 1,8 Mrd. Euro im 1. Quartal. Auf Monatsebene waren ähnliche Trends zu beobachten: Die Zuflüsse in US-Aktien-ETFs beliefen sich auf 12,4 Mrd. Euro, die in IG-Unternehmensanleihe-ETFs auf 2,4 Mrd. Euro. Juni 

Quelle: Amundi. Flows zwischen 01. und 30.06.2026, Daten per 30.06.2026, in Mio. Euro, sofern nicht anders angegeben. Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für künftige Entwicklungen. Nur zur Illustration. Änderungen können ohne vorherige Ankündigung auftreten. 2. Quartal 

Quelle: Amundi. Flows zwischen 01.04. und 30.06.2026, Daten per 30.06.2026, in Mio. Euro, sofern nicht anders angegeben. Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für künftige Entwicklungen. Nur zur Illustration. Änderungen können ohne vorherige Ankündigung auftreten. Aktien-ETFs: US-Markt und KI im Anlegerfokus Aktien-ETFs zogen im 2. Quartal fast drei Viertel der gesamten Mittelzuflüsse an (+83,9 Mrd. Euro). Diese liegen in etwa gleichauf mit den Zuflüssen des 1. Quartals und deutlich über denen des 1. Quartals 2025 (+45,1 Mrd. Euro). Mit Blick auf die Regionen lagen „All-Country-World"-ETFs (+34,3 Mrd. Euro), gefolgt von US-Aktien-ETFs vorn. ETFs auf Schwellenländeraktien flossen im 2. Quartal weiterhin Mittel zu, wenn auch in geringerem Umfang als im 1. Quartal. ETFs auf europäische Aktien verbuchten hingegen Nettoabflüsse – eine Umkehr gegenüber den Zuflüssen von 21,2 Mrd. Euro im 1. Quartal. In Schwellenländeraktien-ETFs wurden im Vergleich zum Vorquartal weniger Neugelder investiert. Anleger verfolgten dabei einen differenzierten Ansatz, wobei sich die Zuflüsse auf breit anlegende ETFs sowie auf Länder- und Sektor-ETFs verteilten. Im 2. Quartal war zudem eine deutliche Veränderung der Anlegerpräferenzen gegenüber dem 1. Quartal zu beobachten. Im 1. Quartal haben Europa-ETFs die meisten Mittel angezogen. Seit April hat hingegen die Outperformance von US-Aktien, insbesondere von Large-Caps, das Interesse an US-Aktien-ETFs wiederbelebt. Mit Blick auf bestimmte Branchen war im 2. Quartal eine starke Umschichtung in ETFs auf die Informationstechnologie (+5,5 Mrd. Euro) und in den Industriesektor (+2,7 Mrd. Euro) zu beobachten, während die Nachfrage nach defensiveren Sektoren wie Versorger und Gesundheitswesen schwächer ausfiel. Themen-ETFs spielten im zweiten Quartal weiterhin eine wichtige Rolle, insbesondere KI-bezogene Engagements wie Halbleiter (+2,7 Mrd. Euro). Auch hier laufen die Juni-Mittelzuflüsse in etwa im Gleichschritt mit den Entwicklungen im 2. Quartal: US-Aktien-ETFs lagen mit einem Netto-Neugeldzufluss von 12,4 Mrd. Euro an der Spitze, während es bei europäischen Aktien-ETFs zu Abflüssen kam. ETFs auf IT- und Halbleiter Aktien legten im Juni im 1,7 Mrd. Euro bzw. 1,1 Mrd. Euro zu. Anleihe-ETFs mit einem starken 2. Quartal
Anleihe-ETFs verzeichneten ein starkes 2. Quartal 2026, wobei die Zuflüsse auf rund 29,5 Mrd. Euro stiegen, verglichen mit 19,5 Mrd. Euro im 1. Quartal und 18,3 Mrd. Euro im 2. Quartal 2025. Nach dem Ausverkauf im März dominierte vor allem die Nachfrage nach Staatsanleihe-ETFs. Die Zuflüsse in Investment-Grade-Anleihe-ETFs waren im 2. gegenüber dem 1. Quartal fast viermal so hoch, was eine Präferenz für Carry-Erträge bei relativer Sicherheit widerspiegelte. Bei ETFs auf europäische Staatsanleihen konzentrierten sich Anleger mit Nettomittelzuflüssen von 3,2 Mrd. Euro auf Engagements über alle Laufzeiten hinweg und wandten sich von ETFs auf ultrakurzfristige Anleihen ab. Im 2. Quartal verzeichneten diese Mittelabflüsse, nachdem ihnen im 1. Quartal noch 935 Mio. Euro zugeflossen sind. Bei US-Staatsanleihe-ETFs bevorzugten Anleger hingegen weiterhin ultrakurze Laufzeiten (+1,9 Mrd. Euro) und blieben angesichts der Unsicherheiten über den FED-Kurs und die US-Inflation vorsichtig. Die Juni-Entwicklung bei Anleihe-ETFs ähnelt ebenfalls dem Trend des 2. Quartals. Bei ETFs auf europäische Staatsanleihen führten Anlagen über alle Laufzeiten (+656 Mio. Euro) die Entwicklung an. ETFs auf ultrakurzfristige Anleihen flossen hingegen Mittel ab (-321 Mio. Euro). Bei ETFs auf europäische Unternehmensanleihen zeigte sich ein ähnliches Bild: Anlagen über alle Laufzeiten verzeichneten Zuflüsse von 1,5 Mrd. Euro, während ETFs auf ultrakurzfristige Papiere Abflüsse verbuchten. Bei ETFs auf US-Staatsanleihen lag der Schwerpunkt auf ultrakurzfristigen Laufzeiten mit einem Netto-Neugeldzufluss von 632 Mio. Euro, während bei US-Unternehmensanleihe-ETFs kurze und ultrakurzfristige Laufzeiten bevorzugt wurden (+380 Mio. Euro bzw. 315 Mio. Euro). Rekordzuflüsse in ESG-ETFs Bei ESG-ETFs wurden im seit Jahresbeginn Rekordzuflüsse verzeichnet. Sowohl im 1. als auch im 2. Quartal 2026 beliefen sich die Nettomittelzuflüsse in ESG-ETFs auf jeweils mehr als 21 Mrd. Euro, was einem Gesamtvolumen von fast 43 Mrd. Euro im 1. Halbjahr entspricht. Dies entspricht einer Verdreifachung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Im zweiten Quartal 2026 entfielen zwei Drittel der Mittelzuflüsse auf Aktien-ESG-ETFs.
Ende Den ETF-Flow-Report für Juni 2026 sowie Zahlen zum 2. Quartal mit zahlreichen Grafiken zur Entwicklung des ETF-Markts finden Sie zusammen mit einem Foto von Nima Pouyan, Head of Sales bei Amundi, anbei. Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden. |