Stadler entwickelt die neuen Lokomotiven für einen zuverlässigen Betrieb unter den anspruchsvollen klimatischen Bedingungen Kanadas, einschliesslich Temperaturen von bis zu -50 °C. Sie kombinieren die bewährte diesel-elektrische Technologie mit einem innovativen batteriegestützten Traktionssystem. Das Hybridkonzept verbessert die betriebliche Leistungsfähigkeit, senkt Kraftstoffverbrauch sowie Emissionen und ermöglicht ein nachhaltigeres Reiseerlebnis für Fahrgäste entlang des VIA-Rail-Netzes.
Der Auftrag stellt einen bedeutenden Meilenstein für Stadler dar und stärkt die Präsenz des Unternehmens auf dem nordamerikanischen Markt weiter.
Hybridtechnologie für die Dekarbonisierung
Die Lokomotiven werden mit Traktionsbatterien ausgestattet. Diese stellen die Energie für die Traktion, die Bordhilfssysteme sowie die Energieversorgung der Wagen bereit. Dank der Kombination aus Batterie- und Dieselantrieb erreichen sie eine Leistung von bis zu 4 MW am Rad, eine Anfahrzugkraft von 350 kN und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h (100 mph). Dies ermöglicht eine hohe Beschleunigung, die Bewältigung von starken Steigungen und einen generell zuverlässigen Einsatz im Fernverkehrsnetz von VIA Rail – bis hin zu abgelegenen Gemeinden im ganzen Land.
Die Hybridarchitektur gewinnt Bremsenergie zurück und speichert sie in den Batterien. Dies erhöht die Energieeffizienz, senkt den Kraftstoffverbrauch und reduziert die Treibhausgasemissionen sowie den Wartungsaufwand. Durch das Zusammenspiel von batteriegestützter Traktion und optimiertem Dieselbetrieb unterstützt die Lokomotive die Dekarbonisierungsziele von VIA Rail und bietet gleichzeitig eine hohe Leistungsfähigkeit bei niedrigeren Lebenszykluskosten.
An Bahnhöfen und in anderen umweltsensiblen Bereichen können die Lokomotiven im Batteriebetrieb verkehren und dadurch Lärm- sowie Abgasemissionen deutlich reduzieren. Das Batteriesystem stellt zusätzliche Leistung in Lastspitzen bereit und erhöht die Betriebssicherheit, da die Lokomotive im unwahrscheinlichen Fall eines Ausfalls des Dieselantriebs einen zugänglichen Ort erreichen kann.
Stadler hat die neue Flotte konsequent auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Die Fahrzeuge erreichen Recyclingquoten von über 92 Prozent und Verwertungsquoten von über 95 Prozent. Darüber hinaus sind die Batteriesysteme für eine lange Lebensdauer sowie Second-Life-Anwendungen konzipiert.
Für die anspruchsvollen Bedingungen Kanadas entwickelt
Stadler entwickelt die neuen Lokomotiven für einen zuverlässigen Einsatz über die gesamte geografische Ausdehnung Kanadas und für die anspruchsvollen klimatischen Bedingungen. Ihr Design basiert auf bewährten Stadler-Technologien, die seit mehr als zehn Jahren erfolgreich in Ländern wie Schweden und Norwegen im Einsatz stehen und dort ihre Zuverlässigkeit unter extremen Winterbedingungen unter Beweis gestellt haben.
Die Lokomotiven werden grosse Ballungszentren ebenso wie abgelegene Gemeinden miteinander verbinden und damit den Auftrag von VIA Rail unterstützen, landesweit zugängliche, zuverlässige und umweltfreundliche Mobilität bereitzustellen.
Iñigo Parra, Executive Vice President Division Spain, sagt: «Unsere Hybridlokomotiven vereinen Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. Durch die Integration eines batteriegestützten Betriebs in eine leistungsstarke Fernverkehrslokomotive bieten wir VIA Rail eine zukunftsorientierte Lösung, die die Umweltziele des Unternehmens unterstützt und gleichzeitig die betriebliche Flexibilität sowie den Service für die Fahrgäste verbessert.»
Das Projekt
Stadler Valencia, das Kompetenzzentrum der Gruppe für Lokomotiven, wird für Entwicklung, Produktion und Lieferung der neuen Fahrzeuge verantwortlich sein. Der Standort Valencia zählt zu den führenden Bahntechnologiezentren Europas und beschäftigt mehr als 500 Ingenieurinnen und Ingenieure in Entwicklung und Konstruktion. Obwohl Stadler die Gesamtverantwortung für das Projekt trägt, werden Teile der Endmontage sowie Test- und Inbetriebnahme Aktivitäten lokal in Kanada durchgeführt.
Zusätzlich zur Lieferung der 45 Lokomotiven haben Stadler und VIA Rail einen 20-jährigen Vertrag über die technische Unterstützung und Ersatzteilversorgung abgeschlossen. Damit stellt Stadler die langfristige Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und wirtschaftliche Nutzung der Fahrzeuge sicher. Diese Leistungen werden durch die Service-Division von Stadler über eine neu zu gründende kanadische Tochtergesellschaft erbracht. Die Mitarbeitenden werden an den wichtigsten Wartungsstandorten von VIA Rail in Montreal, Toronto, Winnipeg und Vancouver stationiert sein. Das Projekt wird die Entwicklung der kanadischen Bahnindustrie fördern, qualifizierte Arbeitsplätze in Produktion, Prüfung und Instandhaltung schaffen und den Transfer von Fachwissen sowie modernster Bahntechnologie unterstützen.