Raiffeisen revidiert Wachstumsprognose für die Schweizer Wirtschaft Dienstag, 02. September 2014 - 16:42
Die heutigen BIP-Zahlen zeigen wider Erwarten eine abrupte Abbremsung
des Konjunkturaufschwungs der Schweiz im zweiten Quartal - mit
Stagnation gegenüber Vorquartal. Die Jahresrate rutschte damit von
2,1% auf 0,6% ab.
Wie erwartet hat der Aussenhandel nach einem noch starken Jahresstart
das BIP im Frühling belastet. Zudem korrigierten auch die
Bauinvestitionen, nachdem das milde Winterwetter die Dynamik im
Winter nach oben getrieben hatte. Die Jahresrate der Bauinvestitionen
brach damit regelrecht von 11,9% auf 2,2% ein, Ausdruck von
zunehmenden Kapazitätsengpässen in der Branche. Aber vor allem die
anderen Bereiche der Binnennachfrage lieferten enttäuschende
Ergebnisse. Trotz der anhaltend robusten Einkommenssituation der
privaten Haushalte hat der Konsum, genauso wie bereits im ersten
Quartal, nur leicht positiv zum Wachstum beigetragen.
Erstaunlicherweise drückte auch der Staatsverbrauch das BIP-Wachstum,
mit dem zweiten Quartalsrückgang in Folge.
Der Ausblick für das zweite Halbjahr hat sich zuletzt spürbar
eingetrübt. Die quälend langsame Erholung in der wichtigsten
Handelspartnerregion, dem Euroraum, sowie auch das geringere
Expansionstempo in den Schwellenländern haben die Exporterwartungen
der Schweizer Unternehmen belastet und lassen das Auftragspolster
schrumpfen. Auch die gestiegene Unsicherheit aufgrund der
geopolitischen Konflikte trägt nicht unwesentlich dazu bei.
Die Handelszahlen zeigen für den Beginn der zweiten Jahreshälfte
aktuell zwar wieder eine Beschleunigung der Industriedynamik. Und mit
dem weiterhin soliden Umfeld im Inland gehen wir von einem erheblich
besseren Ergebnis im laufenden Quartal aus. Ein optimistisches
Jahreswachstum von deutlich über 2,0% für 2014 ist auf Basis der
vorliegenden Wachstumszahlen jedoch nicht mehr realistisch. Wir
passen deshalb unsere BIP-Prognose insgesamt deutlich auf 1,5% nach
unten an.
Raiffeisen: Drittgrösste Bankengruppe in der Schweiz
Die Raiffeisen Gruppe ist die führende Schweizer Retailbank. Die
dritte Kraft im Schweizer Bankenmarkt zählt 3,7 Millionen Kundinnen
und Kunden. Davon sind 1,8 Millionen Genossenschafter und somit
Mitbesitzer ihrer Raiffeisenbank. Die Raiffeisen Gruppe ist an 1'025
Orten in der ganzen Schweiz präsent. Die 305 rechtlich autonomen und
genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken sind in der
Raiffeisen Schweiz Genossenschaft zusammengeschlossen. Diese hat die
strategische Führungsfunktion der gesamten Raiffeisen Gruppe inne.
Die Notenstein Privatbank AG ist eine Tochtergesellschaft der
Raiffeisen Schweiz Genossenschaft. Die Raiffeisen Gruppe verwaltete
per 30.06.2014 Kundenvermögen in der Höhe von 192 Milliarden Franken
und Kundenausleihungen von 155 Milliarden Franken. Der Marktanteil im
Hypothekargeschäft beträgt 16,5 Prozent, im Sparbereich 18,7 Prozent.
Die Bilanzsumme beläuft sich auf 183 Milliarden Franken.
Kontakt:
Martin Neff, Chefökonom: 044 226 74 58; martin.neff@raiffeisen.ch
Alexander Koch, Senior Economist: 044 22 74 37;
alexander.koch@raiffeisen.ch
