Swisscanto geht in die Hände der Zürcher Kantonalbank über Donnerstag, 11. Dezember 2014 - 11:37
Die 1993 gemeinsam von den Kantonalbanken gegründete und mit grossem Erfolg auf- und ausgebaute Swisscanto-Gruppe wird rückwirkend per 1. Juli 2014 in die Zürcher Kantonalbank überführt. Die Kantonalbanken haben am 10. Dezember 2014 beschlossen, sämtliche Aktien an die Zürcher Kantonalbank zu verkaufen. Die Kompetenzen der Kantonalbanken im Anlage-, Vermögensverwaltungs- und Vorsorgegeschäft werden gebündelt und die komplementären Leistungen der Swisscanto und der Zürcher Kantonalbank zusammengefasst. Dadurch entsteht der grösste Schweizer Vermögensverwalter für Schweizer Kunden mit verwalteten Kundenvermögen von 105 Mrd. Franken. Die Kantonalbanken werden damit weiterhin eine umfassende und qualitativ hochwertige Produkt- und Dienstleistungspalette unter der bekannten Marke Swisscanto anbieten können.
Swisscanto verwaltete per 30. September 2014 rund 53 Mrd. Franken Kundenvermögen, davon über 42 Mrd. Franken in Anlagefonds. Damit ist sie in der Schweiz einer der führenden Anlagefondsanbieter, Vermögensverwalter und Anbieter von Lösungen der beruflichen und privaten Vorsorge. Sie unterhält überdies die grösste Anlagestiftung für Pensionskassen in der Schweiz. Mehrheitlich werden die Swisscanto-Produkte von den Kantonalbanken vertrieben. Die Swisscanto-Gruppe beschäftigt aktuell rund 400 Mitarbeitende in Zürich, Bern, Basel, Pully, Frankfurt am Main und an den Produktionsstandorten London und Luxemburg.
Die Zürcher Kantonalbank verfügt über ein umfassendes Angebot an passiven, themenorientierten sowie aktiven Publikumsfonds und Fonds für institutionelle Anleger. Ihre im Asset Management verwalteten Vermögen beliefen sich per 30. September 2014 auf 52 Milliarden Franken.
Auf die Bedürfnisse der Kantonalbanken ausgerichtet
Die grösstenteils komplementären Dienstleistungen und Kompetenzen der beiden Seiten werden im Asset Management und im Produktmanagement der Zürcher Kantonalbank zusammengefasst. Die Zürcher Kantonalbank führt die vereinte Produkt- und Dienstleistungspalette, auch ihre eigenen Fonds, unter der Produktmarke Swisscanto weiter. Das Dienstleistungsangebot der kombinierten Einheit wird nach wie vor auf die Bedürfnisse der Kantonalbanken ausgerichtet sein und soll durch die Erweiterung der Leistungen deren Position im Anlage-, Vermögensverwaltungs- und Vorsorgegeschäft stärken. Den aktuellen Marktentwicklungen wie dem erhöhten Wettbewerbsdruck und verschärften regulatorischen Auflagen will man durch hohe Qualität, konkurrenzfähige Preise und Effizienz begegnen. Zudem haben die Kantonalbanken die Möglichkeit, die erweiterte Angebotspalette und somit integrierte Lösungen der Zürcher Kantonalbank in Anspruch zu nehmen. Ein eigenes Investment Office wird eine Vielzahl von Vertriebsleistungen bieten wie Asset Allocation, Erstellung von Musterportfolios, Reporting oder Risikokontrolle. Bereits heute ist die Zürcher Kantonalbank spezialisierte Leistungserbringerin für andere Kantonalbanken, beispiels-weise im Research, im Handels- oder Leasinggeschäft.
Details zur Transaktion
Die Zürcher
Kantonalbank erwirbt die Swisscanto Holding AG von den übrigen 23
Kantonalbanken rückwirkend per 1. Juli 2014. Die Transaktion soll, nach
Vorliegen aller Bewilligungen der in- und ausländischen Behörden, im 1.
Quartal 2015 abgeschlossen werden. Für die Übernahme von 81,9% der
Aktien bezahlt die Zürcher Kantonalbank den bisherigen Aktionären einen
festen Kaufpreis von 360,3 Mio. Franken. Im Weiteren erhalten die
Verkäufer in den Jahren 2016 bis 2018 variable Kaufpreisanteile abhängig
vom individuellen Beitrag an den künftigen Geschäftserfolg.
Die
Zusammenführung der verschiedenen Einheiten wird zu Doppelspurigkeiten
beim Mitarbeiterbestand führen, so dass mit einem Stellenabbau zu
rechnen ist. Durch die Vereinigung der Fondsleitungen werden in den
nächsten 12 Monaten ausserdem rund 70 Arbeitsplätze der Balfidor AG von
Basel nach Zürich verlegt. Verkäufer und Käufer haben Massnahmen
vorgesehen wie Stellenangebote bei allen Kantonalbanken und
Unterstützungsangebote für Neuorientierungen, um den Übergang
bestmöglich abzufedern.
In der vereinten Organisation innerhalb der Zürcher Kantonalbank-Gruppe werden nach wie vor Iwan Deplazes die Leitung des Asset Managements und Christoph Schenk die Funktion des Chief Investment Officers innehaben. Die Verantwortung für die Swisscanto Fondsleitung übernimmt das bisherige Swisscanto-Geschäftsleitungsmitglied Hans Frey als CEO. Die Aufgaben von Dr. Gérard Fischer mit der Gesamtverantwortung der Swisscanto und von Peter Bänziger als Leiter Asset Management und Chief Investment Officer sind in dieser Form nicht mehr vorgesehen. Sie werden nach der Übergabe der Geschäfte im Verlauf des nächsten Jahres ausscheiden. Die weiteren vier Geschäftsleitungsmitglieder der Swisscanto behalten in der Neuorganisation weitestgehend ihre angestammten Aufgaben.
Mit der Swisscanto Holding AG übernimmt die Zürcher Kantonalbank auch die Swisscanto Vorsorge AG, einen der führenden Dienstleister in der beruflichen Vorsorge. Die unabhängige Geschäftstätigkeit des Unternehmens bleibt gewährleistet, so dass die Swisscanto Vorsorge AG nach wie vor in der gesamten Schweiz erfolgreich sein kann.
Die Übertragung ausgewählter Geschäftsaktivitäten von Swisscanto auf die Zürcher Kantonalbank und die vollständige Integration werden nach Erhalt der aufsichtsrechtlichen und behördlichen Genehmigungen vollzogen und möglichst Mitte 2016 abgeschlossen sein. N+1 Swiss Capital war in dieser Transaktion als Finanzberater der Verkäuferschaft tätig.
